Einen Comedy-Actionfilm mit Spielzeugwaffen: Aus diesem zunächst sehr absurden Gedankengang entwickelten meine Kollegen von YouNameIt.tv, Sascha Manke, Hakan Acarel und ich das Konzept zum Film N-Stars, unserem ersten Kurzfilmprojekt mit der Canon C300. Die Handlung ist relativ simpel: Ausgerüstet mit Nerf-Guns, also Plastik-Spielzeugwaffen, die Schaumstoffpfeile schießen, macht sich ein Sondereinsatzkommando auf, den bösen Geiselnehmer festzunehmen.
Als Location für die ersten zwei Drehtage diente das ehemalige Kesselhaus auf dem Kraftwerksgelände der Mainova AG in Frankfurt/Main, das wir freundlicherweise für unser Projekt nutzen durften.
Zunächst war der Shoot mit der Canon C300 geplant, die allerdings zum Drehbeginn noch nicht verfügbar war. Mein Händler Teltec hat uns aber unbürokratischen Ersatz geliefert und so konnten wir mit der Sony FS100 drehen: Auch eine 35 mm Vollformat-Kamera, die von der Bildqualität her ähnlich der C300 ist.
Vom Handling her ist die Sony FS100 aber sehr mit der Canon C300 zu vergleichen. Ohne ein Rig ist die Kamera für Schüsse aus der Hand so gut wie nicht benutzbar. Glücklicherweise passte die Crosziel C300 Baseplate auch auf die FS100, weswegen ich das Redrock Micro Universal Rig einsetzen konnte. Das Rig besteht aus zwei Handgriffen, die mit nur einer Schraube an die Röhren an der Vorderseite befestigt werden. Die Handgriffe sind gummiert, rutschen also nicht aus der Hand und sind sehr gut verarbeitet. An der Vorderstange ist zudem eine Verlängerung angebracht, an deren Ende eine Bruststütze befestigt ist. Dadurch hat das Rig einen zusätzlichen Druckpunkt am Brustkorb, der handheld-Aufnahmen zusätzlich stabilisiert.
Für längere Einstellungen habe ich zusätzlich die Schulterstütze und das Gegengewicht eingesetzt. Auch diese Einheit wird mit nur einer Schraube an die Röhren der Baseplate befestigt. Die Schulterstütze ist dabei leicht nach rechts oben versetzt, sodass man trotz der Schulterauflage weiterhin den Sucher der Kamera benutzen kann und nicht zwangsläufig einen extra EVF (Electronic Viewfinder) einsetzen muss.
Das Gegengewicht ist an einer Verlängerungsplatte an der Rückseite befestigt. Dank vieler verschiedener Bohrungen, sowohl auf der Platte, als auch auf dem Gewicht selbst, können hier noch diverse andere Dinge, wie z.B. ein externes Aufnahme-Tool, Akkus oder eine Funkstrecke befestigt werden. Außerdem ist diese vertikal nach unten gerichtete Platte eine zusätzliche Stütze, die zusammen mit der Brusthalterung dafür sorgt, dass die Kamera sicher auf meiner Schulter sitzt. Ich kann sogar die Hände vom Rig entfernen, ohne dass die Kamera die Balance verliert.
Das Redrock Micro Rig ist natürlich kein Leichtgewicht, das soll es als Stabilisationsrig auch nicht sein. Um aber etwas Gewicht zu sparen habe ich mich dafür entschieden, einige der Rohre durch Carbon-Rohre auszutauschen. Diese sind deutlich leichter, die fühlen sich wie Plastik an, trotzdem aber stabiler als Metal. So wird das Gewicht des Rigs an den Verbindungsstücken etwas reduziert. Das Gegengewicht und die Schulterauflage bleiben davon aber unberührt.
Insgesamt bin ich mit dem Redrock Micro Universal Rig sehr zufrieden. Nur dadurch werden Kameras wie die Sony FS100, als auch die Canon C300 überhaupt ohne Stativ benutzbar. Ein Manko: Bei dieser Konfiguration fehlt der Haltegriff an der Oberseite. Die FS100 ist eine sehr seltsam gebaute Kamera, die man schon ohne Rig nur schwierig halten kann. Mit dem Rig braucht man auf jeden Fall zwei Hände, um die Kamera sicher zu transportieren. Die Canon C300 verfügt über einen Haltegriff, der aber nur am Cold-Shoe der Kamera befestigt wird. Dieser bietet keinen sicheren Haltepunkt für einen Transport oder einen Schuss von unten. Redrock bietet für dieses Problem den speziell gefertigten C300 Cage an, der einen Haltegriff an der Oberseite hinzufügt und sicher mit der Baseplate verbunden ist. Dieses System muss ich zusammen mit der C300 unbedingt ausprobieren.





